60seconds

60 Seconds

A monument to the now

Interaktive Arbeit 2006/07 − Der »Augenblick« kaum war er da, ist er vorüber, nur gefühlt, schwer zu verstehen; fast begriffen − schon vergangen, sieht so unscheinbar aus, wenn er passiert.

Ob ein Moment wichtig genannt wird, entscheidet sich manchmal erst Jahre später, wenn ihm privates oder wissenschaftliches Interesse zukommt. In einen Kontext gesetzt, wird über seine Resultate und Konsequenzen diskutiert. Einige Ereignisse werden dann in schweren Büchern festgehalten. Doch der Augenblick bleibt leicht, schwebend.

Ich filme das tägliche Leben. Zufällig nehme ich das auf, was um mich herum geschieht. Um es für mich greifbar zu machen, zerlege ich das Videomaterial in seine kleinste Form − ein einzelnes Bild.
Aus diesen Stills entstehen 60 Daumenkinos. Die Bewegung der Bilder hängt von der Geschwindigkeit ab, in der die Seiten geblättert werden. Nur mit dem Zutun des Betrachters wird der Moment verständlich. Der Ruhezustand des Objekts wirft die Frage auf: »Was geschieht?« − die Zeit ist darin eingeschlossen.

Das Jetzt ist ortsunabhängig; es passiert überall zu jeder Zeit. Die Aufnahmen sind ebenso zufällig wie die Orte des Geschehens. Eine Sequenz bzw. ein Daumenkino benötigt ungefähr die Dauer einer Sekunde zum Betrachten. Bei 60 Daumenkinos summiert sich die totale Zeit auf eine Minute − für mich die längst mögliche Dauer eines Moments.

www.60seconds.de

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