Einheitsdenkmal

EINHEITSDENKMAL

Entwurfswettbewerb der Stiftung Aufarbeitung

Der Wettbewerb − Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur schrieb im Jahr 2007 einen künstlerischen Wettbewerb für Studierende aus. Thema: Entwurf für »Ein Denkmal für Freiheit und Einheit« — Der Beitrag wurde mit dem 1.Preis ausgezeichnet.

Betreut wurde das Projekt von Florian Pfeffer, Professor an der HfG Karlsruhe.

Konzept, 2007 − Die politische Vereinigung Deutschlands war mit den gemeinsamen Wahlen zum ersten gesamtdeutschen Bundestag am 2. Dezember 1990 abgeschlossen. Neben der politischen entwickelt sich die mentale Wiedervereinigung in der Bevölkerung in beiden Teilen Deutschlands. Dieser Prozess ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Ereignisse, die zur Wiedervereinigung geführt haben, die Impulse aus der Ost-Bevölkerung sowie der Prozess des »Einigwerdens« sollen der Gesellschaft in Erinnerung bleiben.

Das Freiheits- und Einheitsdenkmal soll auf dem Berliner Schlossplatz auf dem Fundament des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals stehen. Es besteht aus zwei Stahlementen und 13 in den Boden eingelassenen Platten. Das vordere Skulpturen-Element befindet sich an der Stelle des ehemaligen Reiterstandbilds, das zweite hintere Element befindet sich in einem Abstand von 10 Metern westlich davon. Beide Elemente sind auf einer Ost−West−Achse ausgerichtet. Auf dieser Achse sind 13 Stahlplatten in den Boden eingelassen. Sie enthalten chronologisch geordnet die Daten bedeutender historischer Ereignisse auf dem Weg zur Einheit.

Auf dem Weg vom Schlossplatz zum Denkmal trifft der Passant zuerst auf die Platte des 3.Oktobers 1990, den Tag der Wiedervereinigung. Von diesem Standpunkt aus werden die zwei Formen als ein geschlossener Ring wahrgenommen. Weitere kleinere Bodenplatten führen die Linie fort und kennzeichnen markante zurückliegende Ereignisse. Die letzte Platte im Westen der Skulptur erinnert an die Trennung der beiden deutschen Staaten. Charakterisierende Daten sind die Gründung der Bundesrepublik und der Beschluss zur Verfassung der DDR. Die Platte mit Datum des Mauerbaus am 13.August 1961 sowie die Platte mit Datum des Mauerfalls am 9. November 1989 werden als Ereignisse hervorgehoben; sie sind ebenfalls mit größeren Platten im Boden an den Skulpturen positioniert.

Der Besucher ist aufgefordert, sich auf der Achse zu bewegen, die einzelnen Stationen abzulaufen. Der Betrachter wird zum Akteur. Er positioniert sich zum Denkmal und nimmt neue Perspektiven ein.
So ergeben sich neben der harmonischen Einheit des Kreises (vom Standpunkt der Platte des 3. Oktobers 1990) unterschiedliche Beziehungen der beiden Hauptelemente zueinander. Sie stehen sich zum Beispiel als isolierte Elemente frontal gegenüber, nähern sich einander an oder überschneiden sich. Das Denkmal passt sich durch seine klare Form gut in die umliegende Architektur ein. Der leicht reflektierende Stahl der Skulpturen nimmt die Stimmungen der Umgebung auf.

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