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GÄRTEN − SEHNSUCHTSRÄUME

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Der Garten − Fast überall auf der Welt ist das Ziel der Gartengestaltung, eine Idylle zu schaffen − das Paradies auf Erden oder eine utopische Vision der Beziehung zwischen Mensch und Natur.

Im Laufe der Geschichte haben sich die Gartengestalter darum bemüht, etwas zu schaffen, das die Natur übertrifft. Die ersten Gärten, die in Japan im frühen sechsten oder siebten Jahrhundert angelegt wurden, waren Symbole des ewigen Paradieses. Gärten hatten in allen Kulturkreisen und zu allen Zeiten eine besondere Bedeutung. Noch immer ist die Natur der mit Sehnsucht befrachtete Idealraum für ein humaneres Dasein. Der Anblick von natürlicher Umgebung beeinflusst das Wohlbefinden positiv. Die Natur gehört zu den grundsätzlichen Alltagserfahrungen des Menschen. Die meisten Menschen hatten in ihrer Kindheit Naturerlebnisse, die bestimmte Erinnerungen und Gefühle wachrufen. Ein Garten ist eine Umgebung, die nicht bedrohlich wirkt und in ihrer Erscheinungsform für jeden Menschen etwas bieten kann. In der Natur werden alle Sinne angeregt, die entweder überfordert oder teilweise vernachlässigt sind. In einer reizüberfluteten Welt strahlt ein Garten Ruhe und Vertrautheit aus. Ästhetik wohnt der Natur immer inne. Gärten sind jedoch künstliche kultivierte Anlagen.
Der Gartenbesucher nimmt an einer künstlerischen Inszenierung teil. Die Wirklichkeit eines Gartens gehört zu einer anderen Welt jenseits städtisch verdichteter Bereiche.

Das Städel Museum Frankfurt zeigte vom 24.11.06 bis 11.03.07 die Ausstellung »Gärten: Ordnung, Inspiration, Glück«, die sich epochen- und gattungsübergreifend dem Motiv des Gartens in der Kunst widmete. Der begleitende Ausstellungstext beschreibt Gärten als: »(...)ein Stück geordnete Natur, in ihnen vereint sich die ungebändigte Lebenskraft mit dem planenden Geist des Gärtners. Auch aus diesem Grund sind sie für Künstler eine schier unerschöpfliche Inspirationsquelle. Das beim Aufenthalt im Garten empfundene Glück ist jedoch nicht allein den Künstlern vorbehalten. Die Harmonie von Mensch und Natur, abgeschirmt von der rauen Wirklichkeit durch Hecken oder Gartenzäune, macht den Garten für jeden seiner Besucher zu einem kleinen Paradies auf Erden. (...) Als menschlicher Erlebnisraum, Ort kontemplativer Einkehr und Quell kreativer Energien ist der garten seit jeher ein fruchtbares Thema für die bildende Kunst.«

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